De Vliegende Hollander – De Efteling

Im Freizeitpark “De Efteling” wird mit den Fahrgeschäften häufig eine Story erzählt und verknüpft nicht selten die einer alten Sage. So auch bei dem Watercoaster “De Vliegende Hollander”. Die Anlage ist ein wahrer Exot und einmalig – so stammt sie aus den Federn der Konstrukteure der Firma Kumbak Coasters aus den Niederlanden. Erstmalig gingen die Boote im Jahre 2007 auf die Reise entlang der 460 Meter langen Schiene. Mit einem vollen Jahr Verspätung muss man dazu sagen, da es zahlreiche technische Probleme gab, die für Kumbak fast unlösbar erschienen, die erfahrene Firma Intamin ist dann mit ihrem Know-how eingesprungen und hat bei Booten und Liftsystem ausgeholfen. Die Attraktion wurde damals als Mischung zwischen Darkride, Walkthrough, Achterbahn und Wildwasserbahn beworben und vorab sei gesagt, dass es eine thematische Meisterleistung ist.

Doch gehen wir nun auf eine virtuelle Fahrt. Wir betreten den Wartebereich und es fällt auf, dass er zwar gut thematisiert ist, aber keine Merkmale von einem Walkthrough aufweist. Durch das sehr schwammige Licht muss man sehr gut aufpassen, wo man hintritt. Wir erreichen den Bahnhof, der als Doppelstation zur Kapazitätsanpassung angelegt ist. Die Boote starten abwechselnd. Die Station selber ist ein Glanzstück, dass eine sehr schaurige Stimmung verbreitet. Düster mit flackernden Lampen, gesäumt von einer Fischerdorfkulisse. Auch diese Bahn verfügt über ihren eigenen Soundtrack. Die Boote haben vier Sitzreihen und fassen 14 Personen – was hier auffällt, ist die ungewöhnliche Anordnung der Sitze in den Reihen mit zweimal drei Personen und zweimal vier abwechselnd. Wir nehmen platz und schließen unseren Bügel. Jeder Sitz hat einen Schoßbügel mit Haltegriff und durch die Sitzschale ist der Platz mehr als bequem. Das Boot setzt sich in Bewegung noch schwimmend und passiert langsam eine lang gezogene S-Kurve nach rechts vorbei an zwei großen Schiffen. Man fährt auf eine Wand zu, die sich erst öffnet, wenn man dort angekommen ist. Nun gleitet das Boot ins komplett Finstere. Eine weite Linkskurve kann man nur erahnen, während man eingenebelt wird. Eine Gerade mit zuckenden Lichtblitzen und eine Wasserwand, auf die der Bug des Fliegenden Holländers projiziert wird folgt. Noch immer fasziniert von dem Spektakel rast unser Boot unter spitzen Schreien ohne Vorwarnung die erste Abfahrt hinab. Das Boot stoppt auf einer Geraden und die Spannung steigt. Über uns blitzen die roten Augen eines Piratenkopfs –  rechts und links mächtige Wasserfälle, ein maritimer Wind weht und die Auffahrt beginnt im Turm mit sehr hoher Geschwindigkeit. Ein Tor öffnet sich und abwärts geht es in den First Drop in eine nebelgeflutete Unterführung – das Ganze führt nach rechts. Ein Camelback, eine Art Immelmannkurve wie man sie von Spinning-Coastern der Firma Maurer kennt, führt nach links in eine Auffahrt und die erste und einzige Blockbremse greift. Ein weiterer Drop, eine überneigte Linkskurve auf Bodenniveau und ein Bunnyhop in den See bilden das Finale, bevor man nach zahlreichen Kurven die Station wieder schippernd erreicht.

Die Fahrt ist sehr weich und der Splash sehr klein. Richtig nass wird man nicht. Leider oder gut. Im Sommer sehr schade, aber dafür ist die Anlage auch im Winter offen.

Eine Fahrt dauert 3:43 Minuten – dennoch kommt sie einem sehr kurz vor. Die Höhe beträgt 23 Meter und es wird eine Spitzengeschwindigkeit von 70 km/h im Coasterteil erreicht. Die Anlage hat mit 11 Booten eine theoretische Kapazität von rund 1900 Personen pro Stunde, dennoch sind die Wartezeiten teilweise sehr hoch. Man muss viel Geduld mitbringen.

Wie der Name schon verrät, erzählt die Anlage in ihrer Storyline sehr detailreich die Geschichte bzw. die Sage um das Spukschiff “De Vliegende Hollander” (zu deutsch „Der fliegende Holländer”) und Kapitän Willem van der Decken. Willem hatte zwei Seiten, eine erfolgreiche, aber auch eine dunkle Seite, nachdem ihm der Erfolg wahrlich zu Kopfe gestiegen ist.

Investiert wurden 20 Millionen Euro in das komplette Konzept.

1,20 Meter muss man groß sein, um mitfahren zu dürfen.

Alles in allem kann man trotz kleinerer Wermutstropfen von einem rundum stimmigen Konzept sprechen.

 

 

 

 

Komet – Parkteil 20.9.2021

INFOS:

Hersteller: Kumbak, Typ: Water Coaster, Höhe: 23 Meter, Länge: 420 Meter, Drops: 1, Geschwindigkeit: 70 km/h; G-Kräfte: 3gBaujahr: 2007; Kapazität:  1900 P/h,

Besonderheiten: Darkride – Teil mit Special Effects

Onridefotos:

Onridefoto -

FOTOS:

 

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