Niagara – Bellewaerde Park

Niagara – Eher harmloser Spillwater.

Spillwater oder Shoot the Chutes wie sie auch genannt werden, sind in unseren Gefilden nicht so verbreitet wie z.B. Log Flumes, was wohl daran liegen mag, dass sie im Normalfall nasser sind wie Log Flumes und eine größere Standfläche benötigen.

Eines der hiesigen Exemplare führt uns an die belgische Küste nach Ieper in den Bellewaerdepark. “Niagara” nennt sich die mächtige Wasserbahn, die passenderweise im kanadischen Themenbereich direkt neben dem “Screaming Eagle” – einem Shot’n’Drop von Huss platziert wurde.

Die Thematisierung ist sehr schlecht und dennoch stimmig für diesen Themenbereich. Man hat sich für eine Holzhütte als Stationsgebäude entschieden und auch die Brücke, von der aus man die Boote beobachten kann, ist rustikal angehaucht zusammen mit der Vegetation – sehr viel grün – passt das. Hinzu kommen viele kleine Details und rostiges Wellblech für das Camp Niagara.

Die Anlage wurde im Jahre 1995 durch die Firma Interlink gefertigt und beschreibt mit 240 Metern Länge das klassische Layout des Ovals. Die rund fünf Minuten dauernde Fahrt hält einen großen Drop bereit, der aus 20 Metern abwärts führt.

Wir nehmen in einem der großen beigen Boote platz, die fünf Reihen für jeweils maximal vier Personen bereit halten. Jede Reihe hat einen Haltegriff, aber keine Rückhaltevorrichtung. Schon geht es los und wir werden von dem ratternden Kettenlift nach oben befördert. Eine weite Linkskurve führt unausweichlich Richtung Drop. Schon stürzen wir uns schreiend mit unserem Boot abwärts und das Wasser ergießt sich nach der Brücke auch über uns, bevor wir seicht schippernd über eine Linkskurve zum Einstieg zurückkehren.

Wir mögen die Fahrt, obwohl sich leider kein Wow-Effekt einstellt.

Auch der Nässefaktor ist trotz der beeindruckenden Welle, die beim Drop dieses Spillwaters entsteht, eher moderat. Die Insassen werden schreien, aber das liegt nur an dem Wasser, was von der Brücke zurückkommt, nachdem die Welle dort gebrochen wurde. Denn die Boote sind in ihrer Front so geformt, dass sie spitz zulaufen und diese Spitze leicht nach oben zeigt. Somit wird das Wasser in alle Richtungen verdrängt und das Boot taucht nicht ein. Also wer an heißen Tagen richtig nass werden möchte, der sollte sich besser auf die Brücke stellen, wo keine Scheibe ist. Die weitere Technik der Anlage ist sehr simpel. Nach oben geht es für die Boote per Kette, in die sie einhaken, ab dort laufen sie dann auf Rädern schienen geführt und hier noch vollkommen ohne Wasser, dieses wird erst von Hochleistungspumpen in die Abfahrt befördert, um den Wasserfall perfekt zu machen. Ihren Weg finden die Boote durch das Gefälle und die Schwerkraft, das Wasser im Auffangbecken dient dabei als Bremse. Hier im See verlässt das Boot zu keinem Zeitpunkt die Führungsschiene und angetrieben wird es durch die Strömung.

Mitfahren dürfen alle ab 90 cm in Begleitung. Also wirklich ein familienfreundlicher Spillwater. Die Wartezeiten sind abhängig vom Wetter und können an heißen Sommertagen trotz Kapazität von 1200 p/h auch etwas länger ausfallen, dennoch lohnt es sich und eine Fahrt pro Besuch ist Pflicht.

Schade, das es von diesen tollen Anlagen nicht viel mehr bei uns gibt.

(Text/Fotos: Redaktion)

Parkteil – Komet – Ausgabe 20.5.2021!

INFOS:

Hersteller: Interlink, Typ: Spillwater, Höhe: 20 m, Länge: 240 , Drops: 1, Baujahr: 1995, Kapazität: 1200 p/h, Fahrzeit: Ca. 5 Minuten, Geschwindigkeit: ??, Thematisierung: Kanada,

Besonderheiten: Keine

 

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