Bengal Rapid River – Bellewaerde Park

Gelungene Thematisierung und raffinierte Wassereffekte.

River Rapids sind mittlerweile weit verbreitet und so hat auch der Bellewaerde Park seit dem Jahre 1988 bereits ein derartiges Angebot, den „Bengal Rapid River“. Das dortige Exemplar ist eine besonders gelungene Variante, die nicht nur sehr familienfreundlich ist, sonder auch perfekt in eine künstliche Landschaft integriert. Ein richtiger authentischer Dschungel.
“Bengal Rapid River” wurde von der Firma Vekoma konstruiert und ist daher schon irgendwie ein kleiner Exot, denn davon gibt es nicht so viele am Markt. Sie konnten sich irgendwie nicht so durchsetzen gegen die Konkurrenz.

Doch gehen Sie nun mit uns auf die 451 Meter lange Tour durch den indischen Urwald.
Die Queueline schlängelt sich durch das dicht bewachsene Terrain und lässt uns das Boot nach mittlerer Wartezeit über ein begehbares Laufband betreten. Am Ende des sich langsam vorwärts bewegenden Bandes werden wir über Rollen ein Stück abwärts ins Wasser geschickt und schwimmen los auf eine kurze Gerade. Wir passieren eine weite Rechtskurve, aber alles noch recht gemächlich, an deren Ende der Kanal sehr breit wird. Dann folgen eine S-Kurve nach links und die ersten drei kleineren Stromschnellen. Dann folgt eine Linkskurve und eine lang gezogene Gerade mit mehreren Stromschnellen, vorbei an einem kleinen Wasserfall – mit dem man nicht in Berührung kommt. Er dient mehr dekorativen Zwecken. Es wird wieder etwas ruhiger und man schippert über zwei Linkskurven zur nächsten geradeaus Passage, die Stromschnellen und Wellen bereithält, die einen ganz schön durchschütteln und den ein oder anderen kleinen oder größeren Spritzer für die Bootscrew bereithalten. Jetzt bleibt es actiongeladen, denn in der nächsten Kurve explodiert eine Fontaine und nach weiteren Stromschnellen am Ausgang der Kurve folgt ein weiterer Wassereffekt, nämlich mehrere kleine Wasserstrahlen, die über den Strom führen. Die nächste Rechtskurve lässt wieder verschnaufen, denn hier werden die Gewässer wieder ruhiger. Dann geht es über eine weite Rechtskurve zu den beiden Elefanten, die mit ihren Rüsseln die Mitfahrer nass spritzen. Eine Kombi aus mehreren ruhigen Kurven führt zum Einstieg zurück.
Nach neun Minuten Fahrzeit sind wir zurück und das Boot wird auf das Band gezogen und langsam zur Ausstiegszone gebracht. Noch eben schnell das Foto anschauen und erneut anstellen.
Vom Nässefaktor her ist die Anlage eher harmlos und als trocken zu bewerten. Man kann zwar auch schon mal Bekanntschaft mit der ein oder anderen größeren Welle machen oder hier und da Spritzer abbekommen, aber man wird nicht bis auf die Haut durchtränkt – nie. Die Effekte, die entlang der Strecke positioniert sind, sind sehr raffiniert und man kommt ins Staunen. Wasserfall, Fontänen, Speier also wirklich alles, was das Herz begehrt und Abwechslung pur.

Technik:
Der Spaß wird möglich gemacht, durch Hochleistungstechnik und natürlich jede Menge Wasser. Die Wassereffekte laufen mittels vier Pumpen und einer Wassermenge von 516000 Litern.

Die Wassermenge – die im Betonkanal zum reißenden Strom wird, wird von drei Pumpen umgewälzt. Diese wiegen 2200 kg pro Stück und haben eine Gesamtleistung von 273 kW.
Das gesamte Wasservolumen beläuft sich auf 3.300.000 Millionen Liter. Eine gigantische Menge. Die Pumpen sind so leistungsfähig, dass sie pro Stunde das gesamte Wasser mehrfach umwälzen – 16.000.000 Millionen Liter pro Stunde. In der Klärung erfolgt eine leichte Chlorung in Kombination mit einer Sandfilteranlage, denn Sauberkeit hat auch hier einen hohen Stellenwert. Die Chlorung soll auch der Algenbildung entgegenwirken. 50000 Liter pro Stunde laufen durch die Filter. Allerdings hält sich die Chlorbeimischung in Grenzen, sodass es weder nach Chlor riecht noch das Wasser klar bleibt. Was aber auch nicht zu der Thematisierung passen würde, wenn das Wasser kristallklar wäre.

Die bereits erwähnte Station setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, die von drei Synchronmotoren in Bewegung gehalten werden. Zunächst fährt ein Boot auf eine Unterwasser liegende Plattform, den Boot-Selektor, der mit 3 kW jedes Boot einzeln auf das Steigband (15 kW) aufwärts schickt, dann folgt das begehbare Band im Stationsbereich, das 50 kW benötigt für den Vortrieb und zum Abschluss dann die Rollen, die mittels mechanischer Reibung/Schwerkraft in den Wasserkanal zurückführen. Diese Elemente können einfach per Fernbedienung angehalten und wieder gestartet werden. Nur drei Meter beträgt der Höhenunterschied bei dieser Anlage.

Eine große Besonderheit hier bei der Anlage sind die Boote. Diese haben vier einzelne Segmente – zwei Personen pro Segment – die sich mit Einzelschwimmkörpern unabhängig voneinander im Wasser bewegen. Gewöhnlich ist der Gummiring unter den Booten durchgehend und starr. In der Mitte befindet sich hier eine Öffnung, woraus das Wasser zusätzlich hochspritzen kann. Diese Bauweise macht das Wildwassererlebnis noch authentischer, denn das Boot passt sich an den Wasserfluss an.
20 Boote in den Farben gelb und orange – hier hätte man noch mehr auf das Theming eingehen können – bringen eine maximale Kapazität von 1400 Personen pro Stunde.

Ein wirklicher Klassiker, der durch sein ungewöhnliches Konzept, seine Effekte und die schöne Einbettung auch heute noch punkten kann.

(Text/Fotos: Tatjana Gemüth und Markus Cremer – erschienen im Komet – Ausgabe 5709 – 20.3.2021)

INFOS:

Hersteller: Vekoma , Typ:  River Rapids, Höhe: 3 Meter, Länge: 451 Meter  , Drops: 0, Baujahr:  1988, Kapazität: 1400 P p/h, Geschwindigkeit: ??, Fahrzeit: , Thematisierung: Dschungel ,

Besonderheiten: Wasserspiele

FOTOS:

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